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Leinenfuehrigkeit

Leinenführigkeit – Schluss mit Leine ziehen

LeinenfuehrigkeitHunde die an der Leine ziehen haben so einiges Missverstanden oder Sie haben Ihrem Hund nie beigebracht wie es richtig geht. Leinenführigkeit ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr, denn immer häufiger sieht man Menschen, die sich von ihrem Hund durch die Gegen zerren lassen. Bei einem kleinen Hund ist das ja noch erträglich, wenn auch für den Hund ungesund, bei einem Bernhardiner oder einem anderen großen Hund hört der Spaß aber auf. Verletzungen sind irgendwann vorprogrammiert, spätestens dann, wenn der Vierbeiner plötzlich richtig durchzieht. Leinenführigkeit ist also nicht nur für Sie eine tolle Sache, sondern auch für den Hund. Aber warum macht der Hund das überhaupt, es muss doch schließlich unangenehm sein, ständig im Halsband zu hängen?

Was ein Hund denkt, der die Leinenführigkeit nicht kennt

In einer Hund-Mensch-Beziehung gibt es so einige Missverständnisse, die größten bestehen allerdings in der Leinenführigkeit. Ein Hund der an der Leine zieht tut dies nicht, weil ihm das besonders gut gefällt. Er tut dies, weil er es einfach nicht anders kennt. Und wenn Sie nun nicht bald damit beginnen, ihm die Leinenführigkeit anzutrainieren und beizubringen, dann wird er weiterhin folgende Missverständnisse mit sich herumtragen:

  • Mein Begleiter tut alles was ich möchte, er bleibt stehen und wartet bis ich zu Ende geschnüffelt habe, er wird schneller wenn ich es tue und er folgt mir sowieso überall hin.
  • Wenn andere Hunde auf uns zu kommen, dann muss ich noch viel stärker ziehen, immerhin muss ich dich beschützten. Du hängst ja schließlich an der  Leine und bist total hilflos. 
  • Deine Aufgabe ist es, den Karabiner zu öffnen wenn wir am Ziel sind, meine ist es dich dahin zu bringen.
  • Je kräftiger ich ziehe, desto schneller komme ich an mein Ziel

Wie Sie sehen können, verstehen Sie sich komplett falsch, denn der Hund denkt genau so, wie wir es Ihnen eben beschrieben haben. Die Leine hat für Sie eine völlig andere Bedeutung als für Ihren Hund. Er führt Sie herum und nicht andersrum. Es wird dringend Zeit die Leinenführigkeit zu trainieren und je früher Sie damit beginnen, desto schneller wird er begreifen, wofür die Leinenführigkeit gut ist – beiderseits.

Druck erzeugt Gegendruck – Wie Leinenführigkeit trainieren, ohne Zwang

Sicherlich haben Sie diesen Leitsatz schon einmal gehört. Ob in der Pferdeausbildung, der Kindererziehung oder im Beruf. Wer Druck aufbaut, der bekommt Gegendruck. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen muss irgendjemand diesen Druck raus nehmen und eine andere Grundlage für die Kommunikation schaffen.

Aber mein Hund ist es doch, der den Druck aufbaut?“

Falsch! Sie lassen es nur zu, dass die Leinenführigkeit zum Problem wird und Sie sind es nun, der den Druck raus nehmen muss. Kein Druck, kein Zwang, bestenfalls von Anfang an. Dafür können Sie sich in einem breiten Feld verschiedener Tricks und Hilfsmittel bedienen, um Ihren Hund endlich Leinenführig zu machen.

Ab wann Leinenführigkeit lernen

Bereits im Welpen Alter sollte der Hund eine positive Verbindung zur Leine aufbauen. Diese Grundlage schafft die ideale Voraussetzung zur Leinenführigkeit. Ihr Hund wird nie verstehen, dass Sie die Leine aus rechtlichen Vorschriften und Gesetzen verwenden müssen. Er wird auch nie begreifen, dass die Leine von der Wohnung zur Gassi Wiese vorgeschrieben ist. Sie müssen ihm also andere Gründe liefern, weswegen die Leine eine tolle und angenehme Sache ist. Eine positive Verknüpfung zur Leinenführigkeit schaffen Sie mit schönen Erlebnissen, mit Leckereien und viel Lob. Gerade zu Beginn des Trainings auf dem Weg zur Leinenführigkeit ist es wichtig, dass Sie die Leine selbst extrem toll finden. Denn nur mit ihr geht es hinaus auf die Wiese, nur wenn die Leine dran ist gibt es das Lieblingsleckerlie und nur mit Leine ist die Welt schön.

Leinenführigkeit wie lange trainieren – so funktioniert das Training ohne Druck

  • Zieht der Hund an der Leine, dann bleiben Sie einfach stehen und üben sich in Geduld. Der Weg zur Leinenführigkeit erfordert leider viel davon, denn der Hund muss zunächst begreifen, dass ihn das Zerren nicht schneller voranbringt und das Gegenteil passiert: Es geht erst weiter, wenn der Druck weg ist.
  • Unvorhergesehene Richtungswechsel können bei ziehenden Hunden ebenfalls helfen. Mit der Zeit kennt ihr Hund sicherlich den Weg zur Wiese und möchte auf direktem Wege hin. Leinenführigkeit bedeutet aber, dass Sie auch auf Umwegen zum Ziel kommen. Die Entscheidung liegt bei Ihnen.
  • Bis der Hund die Leinenführigkeit beherrscht ist es ein langer Weg. Es gibt Hunde, die ihr Verhaltensmuster erst nach mehreren Wochen Training ablegen. Wieder andere verstehen nach nur wenigen Tagen was gewünscht ist. Verzichten Sie bis dahin auf das klassische Halsband und legen Sie sich ein Geschirr zu. Dies schont die Hals- und Rückenmuskulatur.

Leinenführigkeit für Fortgeschrittene

Grundsätzlich beherrscht der Hund die Leinenführigkeit, sobald dieser ohne Druck und Ziehen neben Ihnen bei Fuß läuft. Das Kommando Fuß sollten Sie in das Training der Leinenführigkeit immer mit einbauen. So weiß der Hund auch ohne Leine, was Sie mit Fuß meinen. Hunde die auf dieses Kommando immer reagieren brauchen irgendwann sogar keine Leine mehr, sie orientieren sich an ihrem Besitzer.

Ziel des Trainings ist es, dass der Hund an der lockeren Leine neben Ihnen läuft und seine Aufmerksamkeit während dessen bei Ihnen ist. Er reagiert ohne Gegenzwang auf Ihre Richtungswechsel, er wartet geduldig wenn Sie stehen bleiben und sich unterhalten und er fordert nichts von Ihnen.

Kommunikation ist alles – Leinenführigkeit dank richtiger Verständigung

Die Kommunikation zwischen Mensch und Tier ist sehr häufig mit Fehlern und vor allem mit Missverständnissen geprägt. Vielleicht wissen Sie oft nicht was Ihr Hund denkt oder verstehen nicht, warum er dies oder jenes jetzt tut. An dieser Stelle müssen wir erwähnen, dass der Hund den Menschen nie vollständig verstehen wird, bzw. seine Hintergedanken nie begreifen kann. Ein Hund tut bestimmte Dinge für uns, weil er uns einen Gefallen tun möchte und weil er im Menschen das Leittier erkennt.

Das gesamte Training, also nicht nur die Leinenführigkeit, basiert auf Vertrauen, gesundem Respekt und der Richtigstellung in Sachen Führung. Sind grundlegende Fragen nicht vollständig geklärt, so wird der Hund in allen Bereichen die Führung für Sie übernehmen. Sind Sie in seinen Augen nicht befähigt genug, für seine Sicherheit zu sorgen, wird er sie selbst für sich und vielleicht auch für Sie übernehmen.

Leinenführigkeit – warum ?

Sie müssen verstehen, dass ein Hund der die Leinenführigkeit nicht beherrscht, nichts Böses tun möchte, sondern es nicht besser weiß. Hunde wissen nicht, dass es keine natürlichen Feinde in seiner Umgebung gibt. Und er wird auch nie verstehen, dass es sie in unserer zivilisierten Gesellschaft nicht geben wird. Hunde leben nach ihrem Instinkt und ziehen keine Schlüsse aus unserem menschlichen Verhalten. Alles was der Mensch für seinen Vierbeiner tun kann ist, ihm die nötige Sicherheit zu geben und zu signalisieren, dass Sie auf ihn aufpassen können. Sie können für seine Sicherheit sorgen, falls ein böses Wolf Rudel kommt, falls ein Bär um die Ecke schießt oder falls irgendetwas anderes tödliches plötzlich auftaucht. Sie schmunzeln nun vielleicht, aber so sehen tatsächlich die Gedanken unserer Vierbeiner aus. Woher sollen sie wissen, dass es hier keine Bären gibt. Zwar wissen viele Hunde nicht was ein Bär ist oder wie er aussieht, ihr Instinkt weiß es aber.

Wer das begriffen hat, der wird in sehr vielen Bereichen erfolgreich sein, auch in Sachen Leinenführigkeit. Denn die Basis eines jeden Trainings, einer jeden Übung, ist immer das blinde Vertrauen. Wenn es klappt mit der Leinenführigkeit, können Sie zum Mantrailing übergehen. Was das ist lesen Sie hier. Klick !

 

 

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